Dekanatstag in Trisching

Trisching. Am Nachmittag des Kapiteltags des Dekanats Nabburg trafen sich die Priester zu einer Konferenz im Gasthaus Pröls. Anschließend zogen sie in die bis auf den letzten Platz gefüllte Filialkirche in Trisching ein. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den Dekanatschor unter der Leitung von Michael Koch gestaltet.

Die Festpredigt hielt Pfarrer Hannes Lorenz aus Nabburg. Er ging auf die brennende Kathedrale von Notre Dame in Paris ein, um diesen zerstörerischen Brand mit der momentanen Situation in der Kirche zu vergleichen. Eine Kirche, die brenne und einstürze unter den Skandalen und Vorwürfen, eine Kirche, von der sich immer mehr abwenden, bis sie in Schutt und Asche liege. Was in Jahrhunderten aufgebaut wurde, scheine in kürzester Zeit verloren.

Es gebe aber auch ein innerliches Brennen im Sinne der Apostelgeschichte. Diese Kirche sei ein einziges Bündel der Kraft. Sie leuchte und erreiche die Herzen der Menschen. Das ist nach den Worten des Predigers eigentlich das, was „wir seit unserer Taufe und Firmung als Kirche sind, eine Kirche, die im Heiligen Geist brennt, die überzeugt, die mutig hinaus geht, die offenherzig Menschen anspricht und das Evangelium verkündet“.

Er nannte vier Punkte, um das Evangelium wieder zu den Menschen zu bringen. Der erste ist nicht verkriechen, sondern raus gehen. Christkatholische Positionen seien in das tägliche Leben in Dörfern und Städten, in die Gesellschaft mit einzubringen. Der zweite Punkt sei, Diskussionen zu und unterschiedliche Meinungen gelten lassen. „Ich finde es traurig“, bemerkte Pfarrer Lorenz, wie die Bischöfe ihren eigenen Vorschlag eines „synodalen Weges“ zunichte machten.

Obwohl „Maria 2.0“ eine einzige Provokation sei, zeige das nur, dass man die Diskussion über die Rolle der Frau und den priesterlichen Dienst nicht verbieten könne, sondern zulassen müsse. „Es darf in unserer Kirche keine Denkverbote geben – sonst hindern wir den Heiligen. Geist an seiner Wirkkraft.“ Der dritte Punkt laute offen sein für Neues und Veränderungen mutig wagen. Ein Weiter so funktioniere in der Kirche und in den Pfarreien nicht mehr. Aber man tue sich schon schwer, Pfarreigrenzen zu überschreiten.

Lorenz möchte nicht, dass Kirche und Pfarrgemeinden immer mehr zum Selbstbedienungsladen werden, Christ sein bedeute Gemeinschaft. Pfarrgemeinde werde erst lebendig, je mehr sich jeder einbringe. Der vierte Punkt ist für den Nabburger Priester Begeisterung und Freude für Christus spüren zu lassen. Abschließend sprach Pfarrer Lorenz von großen Ansprüchen. Aber erstens sei eine Gabe des Heiligen Geistes das mutige Anpacken und Vertrauen. Und zweitens, wenn Notre Dame in Paris während des Brandes so viele Unterstützer für den Wiederaufbau bekommen habe, könnten doch die Gläubigen ihre Kirche nicht im Stich lassen.

Am Ende des Gottesdienstes zog Dekan Michael Hoch Bilanz über das abgelaufene Jahr, denn der Kapiteltag gilt als Jahresabschluss. Das Dekanat werden zum 31. August Pfarrvikar John Oguche, Pastoralassistent, Alfred Kick und Pfarrvikar Pater Charles John Porimattathil verlassen. Neu kommen Msgr. Klaus Lettner (Pfarrvikar in Nabburg), Pater Robert Bahati Makanja (Pfarrvikar Schmidgaden-Rottendorf) und Maria Witt (Gemeindereferentin Wernberg-Köblitz), Antonia Preßl erhält eine Stundenerhöhung als Gemeindereferentin in Pfreimd. Zehn Jahre im Dekanat wirken Pfarrer Gerhard Wagner und Binu Kureekattil (Kemnath-Fuhrn/ Schwarzach-Altfalter/Unterauerbach), 25 Jahre Pfarrer Eckhard Birnstiel, 40 Jahre Veronika Strahberger, Pfarrer Josef Lobinger konnte auf das 65. Weihejubiläum zurückblicken, Pfarrvikar Josef Kokkoth auf sein zehntes.

Folgende Termine gab Hoch bekannt: Jugendwallfahrt am Sonntag, 21. Juli, zum Miesberg. Gottesdienst mit Generalvikar Michael Fuchs, anschließend kostenloses Mittagessen. Die Besprechung für den Dekanatsministrantentag ist am Dienstag, 16. Juli, ab 19 Uhr. Dieser findet am 28. September in Dürnsricht statt. Dekan Hoch erinnerte noch einmal daran, dass Projektgruppen gegründet werden zur Erstellung des „Schutzkonzeptes“. Im Januar 2020 findet ein Workshop statt. Er nahm die Gelegenheit wahr, all denen Danke zu sagen, die den Dekanatstag mitorganisiert hatten, aber auch allen, die in den Pfarreien wertvolle Arbeit leisten. Anschließend trafen sich die Gottesdienstbesucher noch am Kirchvorplatz zum Unterhalten und Gedanken austauschen.

Richard Altmann

 

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